3D-Druck Probleme lösen: Stringing, Warping & Co.
Fast jeder Einsteiger stößt auf dieselben Stolpersteine. Hier findest du die häufigsten Probleme und ihre Lösung – Schritt für Schritt.
1. Stringing (Fädenziehen) vermeiden
Problem: Dünne Fäden aus geschmolzenem Filament zwischen Objektteilen, ähnlich Spinnweben.
Lösung: Düsentemperatur in 5°C-Schritten senken (PLA: ab 200 °C testen), Retraction-Distanz auf 0,5–2 mm (Direct Drive) bzw. 2–8 mm (Bowden) stellen, Retraction-Geschwindigkeit auf 25–45 mm/s setzen.
2. Warping (Verziehen) beheben
Problem: Ecken des Drucks heben sich vom Bett ab, besonders bei größeren Objekten oder ABS.
Lösung: Betttemperatur erhöhen (PLA: 60–65 °C, ABS: 90–100 °C), Druckbett mit Isopropanol reinigen oder Haftmittel verwenden, Zugluft vermeiden (Gehäuse bei ABS), im Slicer einen Brim (8–10 mm) hinzufügen.
3. Verstopfte Düse lösen
Problem: Kein oder nur unregelmäßiges Filament wird extrudiert.
Lösung: Düse auf 10 °C über normale Drucktemperatur erhitzen, "Cold Pull" durchführen (Filament bei 90–100 °C abkühlen lassen und langsam herausziehen), Filament trocken lagern um Staub/Feuchtigkeit zu vermeiden.
4. Schichthaftung verbessern
Problem: Schichten trennen sich (Delamination) oder reißen.
Lösung: Düsentemperatur um 5–10 °C erhöhen, Lüfterkühlung für die ersten Schichten reduzieren oder deaktivieren, Druckgeschwindigkeit für die ersten 5–10 Schichten auf 30–40 mm/s senken.
5. Über- und Unterextrusion
Überextrusion (klumpige, ungenaue Drucke): Durchflussrate im Slicer auf 90–95% reduzieren, Düsentemperatur senken.
Unterextrusion (lückenhafte Schichten): Düse auf Verstopfung prüfen, E-Steps kalibrieren (120 mm Filament markieren, 100 mm extrudieren, Rest messen – sollte 20 mm sein).
6. Layershifts (verschobene Schichten)
Problem: Schichten verschieben sich plötzlich horizontal.
Lösung: Riemenspannung prüfen, Druckgeschwindigkeit reduzieren, Drucker auf stabilem Untergrund ohne Vibrationsquellen platzieren.