3D-Druck Glossar: Alle Fachbegriffe A-Z

Alle wichtigen 3D-Druck-Begriffe verständlich erklärt – perfekt zum Nachschlagen für Einsteiger.

A

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol)

Robustes, schlagfestes Thermoplast, hitzebeständig bis ca. 100°C. Neigt zum Warping und benötigt ein beheiztes Druckbett sowie gute Belüftung. Bekannt aus Lego-Steinen.

Additive Fertigung

Oberbegriff für alle 3D-Druck-Verfahren, bei denen ein Objekt schichtweise aus Material aufgebaut wird – im Gegensatz zu subtraktiven Verfahren wie Fräsen, bei denen Material entfernt wird.

Auto-Leveling (automatische Bettnivellierung)

Sensorgestützte, automatische Kalibrierung des Abstands zwischen Düse und Druckbett vor jedem Druck. Reduziert Fehlversuche für Einsteiger erheblich.

B

Bauraum (Build Volume)

Der maximale Druckbereich eines 3D-Druckers in X-, Y- und Z-Richtung, angegeben in mm (z. B. 220 × 220 × 250 mm). Bestimmt die maximale Objektgröße.

Bettnivellierung (Bed Leveling)

Kalibrierung des Druckbetts, damit der Düsenabstand über die gesamte Fläche konstant bleibt. Entscheidend für die Haftung der ersten Schicht.

Bridging

Die Fähigkeit, horizontale Spannweiten zwischen zwei Stützpunkten ohne Support-Strukturen zu überbrücken – abhängig von Kühlung und Druckgeschwindigkeit.

Brim

Eine dünne, flache Materialschicht rund um die erste Lage des Drucks, die die Haftung auf dem Druckbett verbessert und Warping reduziert.

C

CoreXY

Eine Antriebskinematik, bei der sich der Druckkopf statt des Betts in X- und Y-Richtung bewegt. Ermöglicht höhere Druckgeschwindigkeiten bei stabilerer Mechanik als klassische Bed-Slinger.

D

Direktantrieb (Direct Drive)

Extruder-Bauweise, bei der der Motor direkt über der Düse sitzt. Bietet bessere Kontrolle bei flexiblen Filamenten (TPU) als ein Bowden-System mit langem Schlauch.

Düse (Nozzle)

Öffnung am Ende des Hotends, durch die geschmolzenes Filament extrudiert wird. Standarddurchmesser: 0,4 mm; kleinere Düsen für mehr Detail, größere für schnelleren Druck.

E

Extruder

Mechanismus, der das Filament in Richtung Hotend transportiert. Unterschieden wird zwischen Direct-Drive- und Bowden-Extrudern.

F

FDM (Fused Deposition Modeling)

Das für Einsteiger gängigste 3D-Druck-Verfahren: geschmolzenes Kunststoff-Filament wird Schicht für Schicht extrudiert. Günstig, einfach zu bedienen, große Materialauswahl.

Filament

Der Kunststoffdraht (meist 1,75 mm Durchmesser), der als Rohmaterial für FDM-Drucker dient – z. B. PLA, ABS oder PETG.

Füllgrad (Infill)

Prozentualer Anteil des mit Material gefüllten Objektinneren. Höherer Füllgrad = stabiler, aber mehr Material und Druckzeit. 15–20% reichen für die meisten Anfängerprojekte.

G

G-Code

Die vom Slicer erzeugte Befehlssprache, die dem 3D-Drucker exakt sagt, wohin er sich bewegen und wann er Material extrudieren soll.

H

Hotend

Die beheizte Baugruppe rund um die Düse, die das Filament aufschmilzt. Erreicht je nach Material 190–300°C.

K

Kalibrierung

Einstellung von Drucker-Parametern (Bettnivellierung, E-Steps, Z-Offset) für optimale Druckergebnisse. Moderne Drucker übernehmen das größtenteils automatisch.

Klipper

Alternative Drucker-Firmware, die Berechnungen auf einen externen Rechner auslagert und dadurch höhere Geschwindigkeiten und Präzision ermöglicht.

O

Overhang (Überhang)

Objektteile, die stark über darunterliegende Schichten hinausragen. Ab ca. 45° Neigung werden meist Stützstrukturen benötigt.

P

PEI-Druckplatte

Federstahl- oder Aluminiumplatte mit PEI-Beschichtung für gute Haftung ohne zusätzliche Hilfsmittel. Nach dem Druck oft flexibel biegbar, um das Objekt zu lösen.

PETG

Filament, das die Stabilität von ABS mit der einfachen Verarbeitung von PLA verbindet. Gut für funktionale Teile und transparente Objekte geeignet.

PLA (Polylactid)

Das einsteigerfreundlichste Filament, hergestellt aus Maisstärke. Verzieht sich kaum, riecht angenehm und benötigt kein beheiztes Druckbett.

R

Raft

Ein zusätzliches, druckbares Gitter unter dem eigentlichen Objekt zur Verbesserung der Haftung – aufwendiger als ein Brim, aber effektiver bei stark warpenden Materialien.

Retraction

Kurzes Zurückziehen des Filaments vor Bewegungen ohne Extrusion, um Stringing (Fadenziehen) zu vermeiden.

S

Schichtdicke (Layer Height)

Höhe jeder gedruckten Schicht, üblich 0,1–0,3 mm. Kleinere Werte = mehr Detail und längere Druckzeit.

Slicer

Software (z. B. Cura, PrusaSlicer, Bambu Studio), die ein 3D-Modell in druckbare Schichten zerlegt und daraus G-Code erzeugt.

STL-Datei

Das gängigste Dateiformat für 3D-Modelle, das nur die Oberflächengeometrie beschreibt – ohne Farbe oder Material.

Stringing (Fädenziehen)

Dünne Kunststofffäden zwischen Druckteilen, meist durch zu hohe Temperatur oder falsche Retraction-Einstellungen verursacht.

Support-Strukturen

Temporäre, vom Slicer generierte Stützen für Überhänge, die nach dem Druck von Hand entfernt werden.

T

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)

Flexibles, gummiartiges Filament für Handyhüllen, Dichtungen oder Spielzeug. Druckt sich am besten mit einem Direct-Drive-Extruder.

U

Unter-/Überextrusion

Unterextrusion: zu wenig Material wird extrudiert, Löcher/Lücken entstehen. Überextrusion: zu viel Material, klumpige Oberfläche. Beides meist durch falsche Durchflussrate oder Kalibrierung verursacht.

W

Warping

Verziehen der Druckecken durch ungleichmäßiges Abkühlen, besonders bei ABS. Gegenmittel: höhere Betttemperatur, Brim/Raft, zugluftfreie Umgebung.

Z

Z-Achse

Die vertikale Achse, entlang derer sich Druckkopf oder Druckbett zwischen den Schichten bewegen.

Z-Offset

Feinjustierung des Abstands zwischen Düse und Druckbett für die erste Schicht – zu niedrig führt zu Kratzern, zu hoch zu schlechter Haftung.

Begriff nicht gefunden? Schau in unseren Grundlagen-Guide – dort erklären wir die wichtigsten Konzepte im Zusammenhang.