PLA vs. PETG vs. ABS: Der große Filament-Vergleich 2026

28. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Die drei häufigsten Filamente für FDM-Drucker im direkten Vergleich – mit klarer Empfehlung, welches Material zu deinem nächsten Projekt passt.

Wer neu im 3D-Druck ist, stolpert schnell über die Materialfrage: PLA, PETG oder ABS? Alle drei lassen sich mit fast jedem Einsteiger-FDM-Drucker verarbeiten, unterscheiden sich aber deutlich in Handhabung, Haltbarkeit und Einsatzzweck. Hier der direkte Vergleich.

Die Kurzfassung

KriteriumPLAPETGABS
EinsteigerfreundlichSehr einfachMittelSchwierig
Hitzebeständigkeitbis ca. 60 °Cbis ca. 80 °Cbis ca. 100 °C
SchlagfestigkeitSprödeZähSehr schlagfest
Beheiztes Bett nötigNeinEmpfohlen (~70 °C)Ja (~100 °C)
Warping-NeigungMinimalGeringHoch
Preis pro kgab ca. 15 €ab ca. 18 €ab ca. 15 €

PLA: der Alleskönner für den Einstieg

PLA (Polylactid) wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke hergestellt und ist mit Abstand das einfachste Material für Einsteiger. Es verzieht sich praktisch nie, riecht angenehm süßlich statt chemisch und funktioniert sogar ohne beheiztes Druckbett. Der Nachteil: PLA ist relativ spröde und verliert bereits ab ca. 60 °C an Stabilität – für Deko, Prototypen und die meisten Hobbyprojekte aber völlig ausreichend.

PETG: der Mittelweg für funktionale Teile

PETG kombiniert die einfache Verarbeitung von PLA mit deutlich mehr Schlagfestigkeit und Hitzebeständigkeit. Es eignet sich besonders für Teile, die etwas aushalten müssen – Halterungen, Werkzeuggriffe oder Outdoor-Objekte. Durch seine Transparenz wird es auch gern für lichtdurchlässige Objekte verwendet. Nachteil: PETG neigt beim Drucken leichter zu Fäden (Stringing) als PLA, siehe dazu unsere Problemlösungs-Anleitung.

ABS: robust, aber anspruchsvoll

ABS ist das Material der klassischen Lego-Steine: schlagfest, hitzebeständig bis 100 °C und nachbearbeitbar (schleifbar, lackierbar, sogar mit Aceton glättbar). Der Haken: ABS neigt stark zum Verziehen (Warping) und gibt beim Drucken Dämpfe ab, die eine gute Belüftung erfordern. Für Einsteiger ohne Druckergehäuse und Abluftlösung empfehlen wir eher PETG als funktionale Alternative.

Unsere Empfehlung

Für 90% aller Einsteigerprojekte reicht PLA. Erst wenn du merkst, dass deine Teile mechanisch belastet werden oder Hitze abbekommen (z. B. im Auto), lohnt sich der Umstieg auf PETG oder ABS. Mehr zur Materialwahl und Lagerung in unserem Materialien-Guide.

Welcher Drucker zu deinem geplanten Material passt, zeigt dir unser 3D-Drucker-Berater – oder wirf einen Blick in unsere Bestenliste 2026.